Die Anschaffung neuer Produktionstechnologie ist nicht nur eine Frage des Preises und der Lieferantenauswahl. Bei komplexen Investitionsprojekten müssen technische Spezifikationen, kaufmännische und vertragliche Rahmenbedingungen, die Vorbereitung der Produktionsflächen, Installation, Service sowie die Inbetriebnahme der Anlage miteinander verzahnt werden. Tomáš Rudolský, erfahrener Manager bei BM4U, berichtet über seine Erfahrungen bei der Steuerung von Investitionsbeschaffungen im Gesamtwert von rund 135 Millionen CZK im anspruchsvollen Umfeld der Luftfahrtproduktion.

Ein Produktionsunternehmen aus der Luftfahrtindustrie musste seinen Maschinenpark modernisieren und Technologien beschaffen, die sowohl die Weiterentwicklung der Produktion als auch die Gewinnung neuer Aufträge unterstützen. „Ich war für die Investitionsbeschaffung verantwortlich. Die technischen Spezifikationen wurden von den Technikern erstellt, die dafür auch die fachliche Verantwortung trugen. Meine Aufgabe bestand darin, die Anforderungen so zu prüfen und zu kommentieren, dass sie eine korrekte und praxistaugliche Grundlage für das Ausschreibungsverfahren bildeten, wettbewerbsfähige Angebote ermöglichten und nicht ausschließlich auf einen einzigen Lieferanten zugeschnitten waren“, erklärt Tomáš Rudolský.

Bei der Steuerung dieser Projekte mussten vier wesentliche Perspektiven miteinander verbunden werden: die technische, die kaufmännische, die vertragliche und die umsetzungsbezogene. Die Investition konnte daher nicht lediglich als Maschinenkauf betrachtet werden, sondern als komplexes Projekt, dessen einzelne Bestandteile unmittelbar aufeinander aufbauten.

Von der richtigen Spezifikation bis zum stabilen Betrieb

Eines der Schlüsselprojekte war die Beschaffung einer automatisierten Niettechnologie. Dabei ging es jedoch nicht nur um die Auswahl der Maschine und des Lieferanten. Das Projekt umfasste ebenso die Bewertung der Servicemöglichkeiten, die Verhandlung der Vertragsbedingungen, die Vorbereitung einer älteren Produktionshalle, die Planung eines neuen Fundaments sowie den sicheren Transport der schweren Anlage an ihren Bestimmungsort.

„Ich habe die Investitionssteuerung in sechs aufeinanderfolgende Schritte gegliedert. Zunächst definierten wir die Anforderungen und den Produktionsbedarf. Danach folgten das Ausschreibungsverfahren und die Lieferantenauswahl, die vertragliche Absicherung und Festlegung von Meilensteinen, die Vorbereitung des Arbeitsplatzes, die Organisation des Transports und die Positionierung der Technologie sowie abschließend die Koordination der Installation, die Vorbereitung der Schulungen, die Testphase und die Produktionstests. Ziel war es, die Investition als Ganzes zu steuern und nicht lediglich als Maschinenkauf. Bei komplexer Technologie müssen technische Spezifikationen, kaufmännische Bedingungen, Vertrag, Logistik, bauliche Voraussetzungen und die anschließende Inbetriebnahme aufeinander abgestimmt werden“, erläutert Tomáš Rudolský.

Auch bei der Auswahl des Lieferanten war nicht allein der Anschaffungspreis ausschlaggebend. Eine wichtige Rolle spielten die Servicemöglichkeiten, Termine, vertraglichen Verpflichtungen und vor allem die Fähigkeit des Lieferanten, die Technologie tatsächlich zu installieren, in Betrieb zu nehmen und langfristig zu unterstützen.

Die größte Herausforderung war die Vorbereitung der Technologie in einer älteren Halle

Eine der anspruchsvollsten Phasen des Projekts war die Vorbereitung des Aufstellorts für die schwere Technologie in der bestehenden Produktionshalle. In Zusammenarbeit mit einem Statiker musste ein geeignetes Betonfundament geplant und gleichzeitig der sichere Transport, das Abladen und die Verbringung der Anlage an den vorgesehenen Standort gewährleistet werden. Nach der Installation folgten die abschließende Justierung, die Testphase und Produktionstests, mit denen die Funktionsfähigkeit der Technologie unter realen Betriebsbedingungen überprüft wurde.

„Entscheidend für den Erfolg war vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen Einkauf, technischen Abteilungen, Produktion, dem LEAN-Team und den Fachleuten auf Seiten des Lieferanten. Ohne diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wäre es nicht möglich gewesen, das Projekt sicher und ordnungsgemäß abzuschließen“, ergänzt Tomáš Rudolský.

Die Investition unterstützte einen bedeutenden Auftrag

Das Projekt ermöglichte es dem Unternehmen, einen bedeutenden Auftrag fortzuführen, und stärkte seine Fähigkeit, spezifische Technologien innerhalb kurzer Zeit einzuführen. Der Nutzen bestand nicht nur in der Anschaffung neuer Produktionsanlagen, sondern auch in der Schaffung der Voraussetzungen für deren sichere Inbetriebnahme, der Sicherstellung der Serviceunterstützung und der langfristigen Nutzung in der Produktion.

Die erfolgreiche Umsetzung trug zugleich dazu bei, die Reputation des Unternehmens als zuverlässiger Lieferant in der Luftfahrtindustrie zu stärken, der technisch wie organisatorisch anspruchsvolle Investitionsprojekte erfolgreich bewältigen kann.